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Die meisten Fehlschläge bei Fusionen und Übernahmen sind nicht auf mangelnde Bemühungen zurückzuführen. Sie entstehen nach monatelanger Arbeit, der Prüfung hunderter Dokumente und unzähligen Stunden mit Beratern. Das Problem ist selten, dass die Prüfung unvollständig war. Es ist, dass sie ineffektiv war.
Bei einer wirksamen Sorgfaltsprüfung geht es nicht darum, alles zu überprüfen. Es geht darum, das Wesentliche zu erkennen, und zwar früh genug, um darauf zu reagieren. Diese acht Grundsätze spiegeln wider, wie erfahrene Vorstände und Leiter von Geschäften das Signal vom Rauschen unterscheiden, wenn es wirklich um etwas geht.
1. Behandeln Sie die Due Diligence als Entscheidungshilfe, nicht als Bericht
Die Sorgfaltspflicht dient der Unterstützung von Entscheidungen, nicht der Erstellung von Unterlagen. Wenn sich Teams auf die Erstellung umfassender Berichte konzentrieren, geht der eigentliche Zweck verloren. Die Frage, die jeder Diligence-Strom beantworten sollte, ist einfach: Was würde unsere Entscheidung, unseren Preis oder unsere Struktur ändern?
Wenn die Ergebnisse nicht eindeutig zum Handeln führen, handelt es sich um Aktivitäten, nicht um Sorgfalt.
2. Vorrang des Risikos vor der Vollständigkeit
Wer versucht, alles abzudecken, verpasst in der Regel das Wichtigste. Wirksame Sorgfalt konzentriert sich auf Wertkiller, nicht auf Werttreiber. Es wird gefragt, wo das Abwärtsrisiko asymmetrisch, irreversibel oder nach dem Abschluss schwer zu kontrollieren ist.
Vollständigkeit schafft Komfort. Prioritätensetzung schafft Schutz.
3. Annehmen, dass es Probleme gibt, bis das Gegenteil bewiesen ist
In der heutigen Zeit können sich Käufer keinen Optimismus mehr leisten. Eine wirksame Prüfung beginnt mit einer skeptischen Haltung, nicht mit Misstrauen, sondern mit Realismus. Diese Denkweise verlagert den Schwerpunkt von der Bestätigung der Erzählungen des Managements auf deren Überprüfung.
Das Ziel ist nicht, jemanden zu überrumpeln. Es geht darum, zu verstehen, was unter Druck zerbricht.
4. Verhalten testen, nicht nur Daten
Die meisten Risiken sind nicht in Tabellenkalkulationen enthalten. Sie bestehen darin, wie sich das Unternehmen verhält, wenn es befragt wird. Bei einer wirksamen Sorgfaltspflicht wird beobachtet, wie schnell Informationen erstellt werden, ob die Antworten konsistent bleiben und wer die Verantwortung übernimmt, wenn Probleme auftauchen.
Daten zeigen, was das Unternehmen getan hat. Das Verhalten zeigt, wie es reagieren wird, wenn etwas schief läuft.
5. Achten Sie auf eine Aufsplitterung der Rechenschaftspflicht
Eines der deutlichsten Warnsignale während der Prüfung sind unklare Eigentumsverhältnisse. Wenn die Antworten auf verschiedene Ausschüsse, Funktionen oder Berater verteilt sind, wird das Risiko eher verwässert als gesteuert.
Bei einer wirksamen Prüfung wird ermittelt, wer tatsächlich für die Ergebnisse verantwortlich ist. Wenn die Verantwortlichkeit während der Prüfung zersplittert ist, wird es nach dem Abschluss noch schlimmer sein.
6. Fokus auf Ausführungsfähigkeit, nicht nur auf Pläne
Viele Geschäfte sehen auf dem Papier attraktiv aus und scheitern in der Praxis. Bei einer effektiven Prüfung wird untersucht, ob das Unternehmen das Versprochene auch umsetzen kann. Dazu gehören die Führungsbandbreite, die Entscheidungsgeschwindigkeit, die operative Disziplin und die Toleranz gegenüber Druck.
Ein guter Plan ohne Ausführungsfähigkeit ist kein Vorteil. Er ist eine Belastung.
7. Ergebnisse frühzeitig einbeziehen, nicht erst am Ende
Die Sorgfalt verliert an Wert, wenn Erkenntnisse für einen Abschlussbericht aufgespart werden. Effektive Teams integrieren die Ergebnisse kontinuierlich und passen Bewertung, Struktur und Erwartungen an, wenn sich neue Informationen ergeben.
Späte Überraschungen schaden dem Vertrauen und schmälern die Möglichkeiten. Eine frühzeitige Integration bewahrt den Einfluss.
8. Sicherstellen, dass jemand durch Sorgfalt Autorität besitzt
Fleiß erzeugt Stress. Das Management ist abgelenkt. Berater vermehren sich. Entscheidungen werden verzögert. Ohne klare Befugnisse laufen selbst überzeugende Ergebnisse ins Leere.
Eine wirksame Sorgfaltspflicht erfordert eine Führungsperson, die Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen und die Dynamik aufrechterhalten kann. In komplexeren oder exponierten Situationen verlassen sich die Vorstände oft auf eine Interimsleitung, um die Ausführung zu stabilisieren und die Kontrolle über den Prozess zu behalten.
Ohne Autorität wird die Sorgfalt zur Beobachtung. Mit Autorität wird sie zum Schutz.
Der wahre Test für wirksame Sorgfaltspflicht
Eine wirksame Due-Diligence-Prüfung ist keine Garantie für ein gutes Geschäft. Sie verhindert schlechte Geschäfte und verbessert die Chancen für die übrigen. Ihr Erfolg misst sich nicht daran, wie viel geprüft wurde, sondern daran, wie klar die Risiken verstanden wurden und wie darauf reagiert wurde.
Die meisten Misserfolge bei der Sorgfalt sind im Nachhinein sichtbar. Die unangenehme Wahrheit ist, dass sie oft auch zum damaligen Zeitpunkt sichtbar waren, aber unter Volumen, Optimismus oder Unentschlossenheit begraben wurden.
Bei Fusionen und Übernahmen geht es bei der Sorgfalt nicht darum, mehr zu wissen. Es geht darum zu wissen, worauf es ankommt, und zwar früh genug, um etwas dagegen zu unternehmen.


